Notwendige Nachbesserung auf dem sprachlichen Gebiet



Glossen und Possen


'Mal ganz ehrlich'


Gott mit uns!

Wer wie ich in einem kleinen Ort lebt, leidet häufig darunter – zumindest, wenn er über kein großes Selbstwertgefühl verfügt. Wohin er oder sie auch kommt, man ist nur ein Kleinbürger. Der Vorstand der Kirche in Hagen im Bremischen scheint das erkannt zu haben. Er richtete am letzten Sonntag einen musikalischen Gottesdienst unter dem Titel „Go(o)d Times“ aus, das sowohl wie God Times (etwa: Gottes Zeiten) als auch wie Good Times (gute Zeiten) zu verstehen war. Mit dabei waren laut Pressemitteilung u. a. die Gruppen (man merke auf: nicht etwa „Groups“!) „Black Velvet“ und „Fourty Strings“.

Großartig! Da haben die Verantwortlichen zum 40-jährigen Jubiläum des dort spielenden Organisten tatsächlich ein internationales Programm aufgestellt und dem Konzert auch einen würdigen englischen Namen gegeben. Das kann in einer Großstadt nicht großstädtischer gemacht werden, meine ich. 

Dass der Rechtschreibfehler (fourty wird ohne „u“ geschrieben) auf zumindest eine deutsche Gruppe hindeutet, soll hier keine große Erwähnung finden. Wichtig ist doch, daß man auch in kleinen Ortschaften weiß, sich international zu geben, freut sich

Ihr

Anglizismenmuffel

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(Der Verfasser schreibt regelmäßig Glossen für die Deutsche Sprachwelt und das Zevener Sonntagsjournal, die in unregelmäßigen Abständen auch in anderen deutschen Zeitschriften und Zeitungen erscheinen.)