Notwendige Nachbesserung auf dem sprachlichen Gebiet



Glossen und Possen


'Mal ganz ehrlich'


Ein Weg zur Anerkennung

Viele Menschen in unserem Lande scheinen gar nicht mitbekommen zu haben, daß die Schreibschrift in den Grundschulen einiger Bundesländer abgeschafft worden ist, was im Klartext heißt: sie wird nicht mehr gelehrt! Glücklicherweise haben mittlerweile einige Bundesländer, genannt sei hier Baden-Württemberg, diesen Irrtum rückgängig gemacht, andere, wie z. B. Nordrhein-Westfalen, haben das in Aussicht gestellt. Ein Artikel über die Handschrift in der Frankfurter Rundschau (FR) vom 3.Mai 2018 verdeutlicht nicht nur, warum die Fähigkeit, handschriftliche Werke zustande bringen zu können, für die Persönlichkeit wichtig ist, sondern auch, wie sich daraus ein schönes Hobby machen lässt: das Beschriften von Papier, Karton oder Pappe mit dem (Filz-)Stift oder dem Pinsel.

Nun werden Sie fragen, was das mit Denglisch zu tun hat? Nun ja, Sie glauben doch wohl nicht im Ernst, dieses „neue“ Hobby – für viele Menschen ein uraltes – würde deutsch bezeichnet werden? Im Zuge der DIY-Bewegung (Originalton der FR) muß auch dieses  Hobby einen englischen Namen bekommen: Handlettering oder Brushlettering – zu Deutsch nichts anderes als Handbeschriftung (mit Stift oder Pinsel).

Als Mann/Frau von Welt und auch als FR-Leser wissen Sie längst, was DIY bedeutet. Doch auch alle anderen sollen es wissen: do it yourself. Wie sonst, wenn nicht mit Denglischkenntnissen, können Sie in unserer Gesellschaft ernst genommen werden und zu allgemeiner Anerkennung kommen, fragt sich

Ihr

Anglizismenmuffel

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(Der Verfasser schreibt regelmäßig Glossen für die Deutsche Sprachwelt und das Zevener Sonntagsjournal, die in unregelmäßigen Abständen auch in anderen deutschen Zeitschriften und Zeitungen erscheinen.)