Notwendige Nachbesserung auf dem sprachlichen Gebiet



Glossen und Possen


'Mal ganz ehrlich'


Schlechte Aussichten

In der Silvesterausgabe der Wiener Tageszeitung „Die Presse“ haben 33 männliche und vier weibliche Führungskräfte, von denen sich einige als Country Heads & Country Managers, CEOs, Managing Director oder als General Managers bezeichneten, auf vier Seiten der Zeitung ihre „Kommentare zum Jahreswechsel“ abgegeben. Grundsätzlich machten sie das auf Deutsch, doch kann diese Sprache als solche eigentlich nicht mehr bezeichnet werden. So wimmelte es von Angloamerikanismen wie ABB Ability, Asset Manager, Big Player, Business-Ideen, Cloud Connect, Cloud-Plattform, Cocktail, „command-and-control“-Stil, Competence Center, Development Pipeline, Fiber-to-the-home, Haussetrend, Hidden Champions, Hybride Cloud, Internet of Things (IoT), Net App, Next-Generation, Offline-/Online-Welt, One-Stop-Shop, Operation Technology, digitale Roadmap, Rollout der Smartmeter, Wealth Management und Webshops.

Eigentlich kein guter Einstieg in ein neues Jahr, selbst wenn wir diesen Beitrag der Zeitung „Die Presse“ als Realsatire ansehen. Erinnert er doch an eine Warnung, die vor Jahren in einem langen Beitrag der FAZ zu lesen war. Dort hieß es u. a., dass die englische Sprache noch nie ein Feld hätte räumen müssen, das sie einmal besetzt hat. Keine guten Aussichten, meint

Ihr

Anglizismenmuffel

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(Der Verfasser schreibt regelmäßig Glossen für die Deutsche Sprachwelt und das Zevener Sonntagsjournal, die in unregelmäßigen Abständen auch in anderen deutschen Zeitschriften und Zeitungen erscheinen.)