Notwendige Nachbesserung auf dem sprachlichen Gebiet



Glossen und Possen


'Mal ganz ehrlich'


Denglisch als letzte Rettung?

Ein alter Kalauer lautet: Wie heißt es richtig – lass mir arbeiten oder lass mich arbeiten? Nun, beides ist falsch, es heißt: lass andere arbeiten!

Wer sich mit der bewegten Geschichte der Fährverbindung zwischen der niedersächsischen Stadt Cuxhaven und der schleswig-holsteinischen Stadt Brunsbüttel beschäftigt,stößt schnell auf eine ähnlich geartete und häufig gestellte Frage. Sie lautet: Wie heißt eigentlich die Gesellschaft, die gerade eine Fährverbindung zwischen den beiden Städten plant: Elbefähre GmbH oder Elbfähre GmbH? Beide Schreibweisen sind im Internet zu lesen, doch beide sind – falsch! Die Fährverbindung nennt sich „Elbferry GmbH“, manchmal in der Presse auch als „Elbeferry GmbH bezeichnet. Dieser denglische Name wird verständlich, wenn man weiß, dass seit 2017 keine Fähren mehr zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel fahren, nachdem binnen drei Jahren zwei Betreiber Insolvenz anmelden mussten. Da kann nur ein international klingender Name helfen, um den Ruf der Fährverbindung aufzupolieren – sollte man meinen. Daran erinnern, dass die letzte Reederei, die Insolvenz anmelden musste, „Elb-Link“ hieß, möchte

Ihr

Anglizismenmuffel

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(Der Verfasser schreibt regelmäßig Glossen für die Deutsche Sprachwelt und das Zevener Sonntagsjournal, die in unregelmäßigen Abständen auch in anderen deutschen Zeitschriften und Zeitungen erscheinen.)