Notwendige Nachbesserung auf dem sprachlichen Gebiet



Glossen und Possen


'Mal ganz ehrlich'


Es fehlen Gelbe Sprachengel

Sobald jemand glaubt, etwas Wichtiges sagen zu müssen, verfällt sie oder er ins Englische. Selbst banalste Ideen werden, so glaubt zumindest ein Teil der Bevölkerung, durch Englisch zu einem Ereignis höchster Wichtigkeit – oder gar zum rettenden Strohhalm einer Firma. Das wird gerade vom ADAC vorgeführt, der, bedingt durch seine völlige Umgestaltung, jährlich einen hohen Steuerbetrag bezahlen und somit bis 2020 ca. 170 Millionen Euro einsparen muß. Diese Summe kann sich jedoch der Vorstand nicht „aus dem Ärmel schütteln“, darum hat er sich ein Programm verordnet. Der Name: Pole Position.

Was auch immer damit gemeint und auch immer darin empfohlen und verordnet wird (allein in der Münchener Zentrale sollen 400 Stellen gestrichen werden) – man kann nur hoffen, daß es kluge Entscheidungen werden. Der einfallslose englische Programmname läßt nichts Gutes ahnen, und die Vereinszeitschrift „Motorwelt“, die seit Jahren Hort vieler Angloamerikanismen ist, verstärkt die Befürchtungen. Werden die als „Gelbe Engel“ bezeichneten ADAC-Pannenhelfer vielleicht zukünftig als Yellow Angels bezeichnet? Übertrieben scheint diese Befürchtung nicht zu sein, auf alle Fälle wäre ein Sprach-Pannendienst, quasi ein „Sprachengel“, der diese Institution wieder in die richtige Sprachspur brächte, durchaus sinnvoll, rät

Ihr

Anglizismenmuffel

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(Der Verfasser schreibt regelmäßig Glossen für die Deutsche Sprachwelt und das Zevener Sonntagsjournal, die in unregelmäßigen Abständen auch in anderen deutschen Zeitschriften und Zeitungen erscheinen.)