Notwendige Nachbesserung auf dem sprachlichen Gebiet



Glossen und Possen


'Mal ganz ehrlich'


Wirklich ein glückliches Ende?

Wer von uns möchte nicht zeitlebens glücklich sein! Doch selbst das glücklichste Leben wird eines Tages – zumindest so lange, wie wir noch kein Gegenmittel gefunden haben – traurig, nämlich mit unserem Tode, enden – oder etwa doch nicht? Eine Firma in Hamburg wirbt auf ihren Plakaten und ihrer Netzseite für eine Bestattungsmesse und damit, daß auch unser Ende glücklich sein kann, ja, sogar noch mehr als das: es kann happy sein!  Ja, happy scheint bei vielen von uns die Steigerung von glücklich zu sein, darum heißt das Motto dieser Bestattungsmesse, auf der die Veranstalter über Leben und Pflege im Alter, Vorsorge, Sterben und Bestattung informieren möchte, „Happy End“.

Als der Bundesverband Deutscher Bestatter e.V. im Jahre 2001 den Ausbildungsberuf der Bestatter als „Funeral Master“ (Beerdigungsmeister) und die Särge als „Peace Boxes“ (Friedenskisten) bezeichnete, wurde er vom Verein Deutsche Sprache sofort zum „Sprachpanscher des Jahres“ gekürt. Keiner weiß, ob Gleiches der Messe „happy End“ zustoßen wird, nur eines ist sicher: Wieder einmal wurde ein kleiner Teil unserer Sprache beerdigt, betrauert

Ihr

Anglizismenmuffel

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(Der Verfasser schreibt regelmäßig Glossen für die Deutsche Sprachwelt und das Zevener Sonntagsjournal, die in unregelmäßigen Abständen auch in anderen deutschen Zeitschriften und Zeitungen erscheinen.)